Mittwoch, 19. Juni 2013

friendstravel {Inka von blickgewinkelt}

Es wird mal wieder Zeit für ein "klitzekleines" friendstravel-Interview, daher möchte ich Euch heute Inka von blickgewinkelt vorstellen. Blickgewinkelt ist einer meiner absoluten Lieblingsreiseblogs, denn Inka hat (wie ich finde) einen unvergleichlichen Stil. Ihre Posts bringen mich oft zum Lachen, aber auch zum Nachdenken. Und nur wegen Ihrer galaktischen Eisberg und Pinguin-Fotos will ich (alte Winterhasserin) nun auch unbedingt mal an die Polkappen.

Grönlands Mitternachtssonne

Inka, Du steuerst ja immer ziemlich außergewöhnliche Ziele an. War das schon immer so? Oder gab es auch mal eine Zeit ganz normaler Reisen?

Eine Zeit normaler Reisen? Öhm, eigentlich nicht. ;)
Scherz beiseite, das war eigentlich nie beabsichtigt, ich stolpere da immer irgendwie rein. Ich habe Afrikawissenschaften studiert und habe daher meine erste längere Reise (von einem USA-Austauschjahr und Reisen mit den Eltern abgesehen) nach Afrika gemacht und durfte das superschöne und interessante Tanzania und das noch schönere Zanzibar kennen lernen, was ja alleine schon wegen des Namens zauberhaft ist. Grönland ergab sich dann so, weil mein damaliger Freund bei den Hurtigruten arbeitete, da konnte ich selbst mit meinem Low Budget mitfahren. Und durch die Trekkingvorliebe stellen sich wohl automatisch etwas ungewöhnlichere Ziele ein, denn Natur finden viele zwar schön, aber wenn es heißt, über längere Strecken zu trekken und sich abends im Zelt niederzulegen, gruselt es den meisten dann doch. Ich könnte mein halbes Leben Trekken, ich fühl mich im Wald und im Zelt einfach pudelwohl.

per pedes in Schottland

Deshalb habe ich auch mit dem berühmten Nationalpark Torres del Paine in Chile geliebäugelt. Und dass ich dann zufällig eine Reise nach Bolivien und Chile gewinne, ist ja auch nicht meine Schuld. ;) Dass ich dann noch die Antarktis dranhängen konnte, habe ich wiederum einer Freundin zu verdanken, die da unten arbeitet. Freunde sind eben alles.

absolutes Reisehighlight: die Antarktis

Die Kazachstan-Reise vor kurzem entsprang aus der Idee, auf einer Kamelfarm zu wohnen. Zuerst wollte ich nicht so weit weg, sondern in die Türkei, aber da war das nicht so einfach zu organisieren. Die Kamelfarm war wiederum einfach eine fixe Idee von mir, weil ich unbedingt ein Buch über Kamele schreiben will.

Wer hier wohl überraschter geguckt hat?

Hm, na gut, wenn ich mir das jetzt selber anhöre, was ich da von mir gebe, klingt das irgendwie alles ziemlich verrückt.

Wie kommt es zu Deiner Liebe zu Schnee und Eis?

Durch meine Jacke! Ernsthaft, nicht lachen! Früher habe ich Kälte gehasst wie die meisten Menschen und lethargisch den Winter neben der Heizung ausgeharrt. Als ich damals nach Grönland gefahren bin, habe ich mir diese klasse Daunenjacke angeschafft. In der friert man einfach nicht, es ist unfassbar.
Und Grönland war dann einfach großartig. Oben auf dem Foto lächle ich so belämmert, weil ich gerade meinen ersten Eisberg sehe und mich das einfach glücklich gemacht hat. Warum das so ist - keine Ahnung. Der absolute Schlüsselmoment war dann in Grönland der Ilulissat Eisfjord. Der Moment, wo sich diese riesige Eisbucht vor mir auftat - das war irre gigantisch. Ich hab sogar ein Foto davon (wenn auch ein nicht besonders Gutes, damals hatte ich nicht mal eine eigene Kamera).

 Unglaublicher Anblick: Der Ilulissat Eisfjord in Grönland

Seit diesem Moment liebe ich Schnee und Eis und verbringe jede Schneezeit draußen, wenn es geht. Und das Schöne: Der Grunewald in Berlin ist - bis auf die Skiläufer - ziemlich leer. Die Erfahrung, im Winter draußen zu sein und sich körperlich wohl zu fühlen ist einfach toll.
Damals war auch gleich klar, dass ich unbedingt mal in die Antarktis möchte. Und nach Svalbard am Liebsten auch.

 Pinguinwalking

Welche Reise war die Beste Deines Lebens?

Uh, oh, das kann ich echt nicht sagen. Jede Reise ist ja irgendwie anders und hat einen neuen Herz-Schwerpunkt, da kommt es wohl auch sehr auf die Umstände an. Meine Griechenland-Reise war zum Beispiel wunderbar, obwohl wir wegen der politischen Lage und der Streiks vor Ort alle Pläne umschmeißen mussten und nicht einmal zu unserem Ziel, nach Kreta, gekommen sind. Aber es war die erste richtige Reise mit dem Mann und deshalb natürlich einfach ganz, ganz klasse, weil ich dort auch gemerkt habe, wie gut wir zusammenpassen.
Wenn ich sage, eine meiner tollsten Reisen war der Rheinsteig, lachen mich immer alle aus, aber das war meine erste Fernwanderung und ich habe 24 Stunden am Tag Glückshormone ausgeschüttet. Ähnlich war es dann in Schottland, die erste Fernwanderung im Ausland.
Die BigTour war natürlich etwas ganz besonderes, aber das waren irgendwie gleich mehrere Reisen auf einmal, so hat es sich jedenfalls angefühlt. Der Bolivien-Teil war hier unglaublich toll, was nicht nur an der unglaublichen Landschaft lag sondern auch an der tollen Organisation der Reise und der netten Truppe, als Individualreisender stelle ich mir Bolivien etwas anstrengend vor.

Auf dem Altiplano in Bolivien

Endlich einmal Patagonien sehen fand ich großartig. Feuerland, was leider viel, viel zu kurz gekommen ist. Und die Antarktis natürlich, die ist einfach etwas ganz Besonderes und hat mich umgehauen. Die Liste lässt sich wohl noch fortführen.

 Alter Farmwagen auf einer Ranch in Feuerland

Wohin würdest Du nie wieder fahren?

Eindeutig: Nach Djerba! Ich habe einmal in meinem Leben den Fehler gemacht, pauschal zu verreisen, und war hinterher vollständig kuriert. Natürlich kann man z.B. auf Mallorca ziemlich gut pauschal billig buchen und dann seinen Tag doch individuell gestalten, das ging aber auf Djerba nicht, denn wir hatten kein Geld, um uns die Insel per Taxi anzuschauen, einheimische Busse gab es in der Region nicht, weil dort ausschließlich Touristen waren, und viel gab es daher auch nicht zu sehen. Alles besteht, wie es scheint, aus furchtbaren Hotelbunkern und für Touristen abgesperrte Strände. Außerdem noch aus künstlichen Bazaren, wo völlig genervte Tunesier rumhängen. Und die faulen Deutschen hingen im Pool rum. Wasser durfte man nicht zum Strand nehmen sondern musste es dort kaufen. Ich fands einfach grauslig und hatte das Gefühl, dass auf ganz Djerba kein Einheimischer wohnt, der nicht dem Touristengeschäft nachgeht.

Und was willst Du unbedingt noch sehen?

Eine sehr lange Liste, die sich ständig ändert. Relativ konstant geblieben die letzten Jahre sind Kuba, Madagaskar, Borneo, Thailand, Indonesien, Neuseeland und noch mal Afrika, am Liebsten Südafrika oder Kenia. Einmal über die Alpen wandern. Bei drei meiner BigTour-Highlights wünsche ich mir dringend, sie noch einmal zu sehen: den Salar de Uyuni, Feuerland und die Antarktis. Ich stoppe lieber hier, sonst höre ich gar nicht mehr auf. Auf jeden Fall: Viel Trekken!

Regenbogenwolken über dem traumhaften Salar de Uyuni in Bolivien

Wie lebt es sich so in Berlin? Und könntest Du Dir auch vorstellen mal ganz woanders also in einem anderen Land zu leben? Und wenn ja, wo?

Tatsächlich kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, für längere Zeit woanders zu leben. Ich bin mittlerweile hier sehr verwurzelt, liebe Berlin und die Umgebung, und der Mann hat ja vier Kinder, die würden sicher auch nicht länger auf ihn verzichten wollen, und ich nicht auf ihn. Auf der längeren Tour vor einigen Monaten habe ich auch gemerkt, dass ich nicht für ein Jahr auf Weltreise gehen muss. Ich finde es ganz gut, zwischendurch zu Hause zu verdauen und darüber schreiben zu können, ohne das Gefühl im Nacken, dabei die Elefantenparade vor der Hütte zu verpassen. Also ein paar Wochen reisen und dann wieder zu Hause ist schon ganz wunderbar so. 5 Wochen im Jahr sind mir allerdings zu wenig.
Vor einigen Jahren hatte ich mal überlegt, eine Weile nach Südamerika zu gehen, z.B. nach Uruguay. Aber auch damals war mir klar, dass ich das nicht für immer machen wollen würde. Anscheinend habe ich aus mir selbst heraus einen "Heimat"-Bezug zu Deutschland, und hier ist Berlin für mich ohne Alternative. Und auch wenn ich natürlich viel im Haus des Mannes bin, was genau genommen schon in Brandenburg steht: wir können nach Berlin rüberspucken. Und meine kleine süße Wohnung in Friedenau werde ich vermutlich nie aufgeben.

 Apfelernte: Der eigene Garten mit dem Mann - unbezahlbares Zuhause-Gefühl

Verrätst Du uns Deinen Geheimtipp für Berlin?

Aargs! Diese Frage kommt immer, wenn man in Berlin wohnt, und jedes Mal komme ich mir unhip und out vor, weil ich immer nicht weiß, was ich antworten soll! :-)
Wenn Du Grün in Städten magst, solltest Du unbedingt die Aussicht vom Teufelsberg genießen und einmal in den Prinzessinnengarten schauen.
Wenn Du Dich zwischen Sightseeing-Highlights nicht entscheiden kannst, lass definitiv nicht das Holocaust-Denkmal aus, ich finde die Umsetzung entgegen vieler Kritiken sehr gelungen.
Für Fans von "abandoned places" gibts den Spreepark - achnee, der ist ab Juli leider passé. Aber es gibt zig andere verlassene Grundstücke in und um Berlin. In Beelitz-Heilstätten war ich jetzt z.B. schon zweimal - toll zum Fotografieren.
Das Hippie-Feeling wird ganz gut im Mauerpark bedient, vor allem Sonntags, bei Flohmarkt und Karaoke.
Eine der unzähligen Beach-Bars besuchen, am Besten natürlich in good old Kreuzberg.
Und wenn Du kaum Zeit hast, schau auf meinem Blog vorbei (ich darf mal eben Werbung machen, ja? ;) ): In der Rubrik "Berliner Winkel" gibts den Berlin@fastlane-Guide mit meinen Lieblings-Berlin-Spaziergängen, die von kurz (2,5 km) bis lang (8 km) reichen mit vielen meiner Lieblingstipps.


Liebe Inka, danke für das superspannende Interview! Ich bin hin und weg :)  und ich freu mich auf weitere Posts und Fotos von Dir aus dieser großen bunten Welt. Und auf August in Berlin ;)!!

XOXO
Frau Hibbel

PS: Und wer ein kleines Interview von mir über Cities & Kids lesen will, kann dies bei MrsBerry tun. Ich konnte mich nicht zwischen Köln und Düsseldorf entscheiden und habe diese zwei großartigen Städte "verbotenerweise" einfach mal zusammengepackt. Völkerverständigung a la Frau Hibbel ;). 

Dienstag, 18. Juni 2013

DIY {Outdoor-Lümmel-Lounge}

Jaja, ich weiss....Europaletten sind eigentlich auch schon wieder ein alter Hut. Ich find sie eigentlich auch  schon seit Jahren cool, hatte aber nie Platz. Nun haben wir aber ja seit fast 6 Monaten (!!! ich kann es gar nicht glauben - wir sind doch gerade erst umgezogen) unser kleines Höfchen und auf unserer Terrasse fehlte noch so ne richtige Lounge zum gepflegt abhängen, chillen und rumlümmeln. Fragt nicht, was es mich an Überredungskunst gekostet hat. Herr Hibbel fand meine Idee zu trashig und konnte sich das Ergebnis wohl nicht so recht vorstellen.


Wie gut, das ich meinen kleinen Deko-Willen mal wieder durchsetzen konnte. Mittlerweile kriegt man ihn von unserer neuen Outdoor-Kautsch nicht mehr runter. :)

 Tzzz.... mal wieder hat sich der Nachwuchs heimlich, still und leise an meiner Deko zu schaffen gemacht.


Das DIY war eigentlich relativ easy, wenn auch zeitaufwendig:
  • einfach beim Lieblings-Asiaten 6 Paletten kaufen (8,50 € pro Stück)
  • leicht abschleifen (wer hat schon gerne Splitter im Hintern)
  • mit einer Allwetterfarbe anstreichen (wir haben uns für weiß entschieden) 
  • Paletten aufstellen (nix schrauben, nix nageln)
  • passende Schaumstoffauflagen bestellen (z.B. hier, ca. 80 €)
  • Bezug drüber (ich habe wegen der kids und Waschbarkeit gefärbte Spannbettlaken genommen)
  • jede Menge Kissen drauf (meine sind von hier)
  • und dann gepflegt die erste Siesta abhalten 

Das Sofa ist ultragemütlich. Hätten wir nicht diverse Mücken im Hof würden wir wohl draussen schlafen.  Oder ha....das wird einfach unser neues Gästebett. :)

Ist nicht unbedingt die billigste Sache, aber im Gegensatz zu all den teuren (und zum Teil sehr hässlichen Outdoor-Sofas) immer noch eine recht kostengünstige Alternative.

Ach ja, die Tischchen entstanden auch noch in einer 5 Minuten-Aktion. Der Nachbar hatte noch alte Baumstümpfe im Schuppen rumfliegen. Kurz die Oberfläche abgeflext und dann mit gelber Acryl-Farbe besprüht. Wird demnächst aber nochmal ordentlich gemacht. 

Wir haben nun jedenfalls hoffentlich den ganzen Sommer lang Beach-Club-Feeling und jeder der Lust hat auf nen Sundowner vorbeizukommen ist herzlich willkommen :).

XOXO
Frau Hibbel

Freitag, 14. Juni 2013

Urlaub in der Filmkulisse

Was fällt Euch spontan zu den Südstaaten ein? Ich musste ehrlich gesagt direkt an "Fackeln im Sturm" denken :)). Plantagen, Sklaven, Tabak und Baumwolle, traumhafte Südstaatenhäuser sowie der amerikanische Bürgerkrieg. Und meine Vorstellung von den Carolinas wurde nicht enttäuscht. Überhaupt reist man in Dixieland scheinbar immer irgendwie von einer Filmkulisse zur Nächsten.


In der ersten Woche haben wir bei unseren deutsch-amerikanischen Freunden in Greenville, South Carolina gewohnt. Greenville ist eine hübsche Kleinstadt nahe der North Carolina´schen Grenze und da u.a. BMW dort seinen einzigen Sitz in Nordamerika hat, leben da recht viele Deutsche.


Die ganze Gegend ist ein einziger Wald und unsere Freunde wohnen in einer typisch amerikanischen Kleinstadtidylle für Besserverdiener. So ein bisschen desperate housewifes-mäßig ;). Der Pick-Up vor der Haustür, kaum Verkehr, viele kids auf der Straße und immer wird irgendwo ein Schwätzchen mit nem Nachbarn gehalten. Fehlte nur noch der mexikanische Gärtner ;). Einzig und allein die Angst das Schlangen ins Haus kommen könnten, fand ich sehr gewöhnungsbedürftig. Die Türen sollte man also möglichst immer geschlossen halten, wenn man nicht ne fette Schlange auf seiner Couch finden möchte.


Von dort aus haben wir den ein oder anderen Ausflug in die Gegend gemacht, wie z.B. nach Brattonsville. Eine historische Baumwollplantage die von 1776 bis 1855 von den Brattons, einer prominenten Familie in York County, South Carolina bewohnt wurde. Die Plantage liegt malerisch inmitten von Wald und Feldern und von Dienstag bis Sonntag kann man sich die verschiedenen Häuser, Scheunen und Sklavenquartiere auch von innen ansehen.

Wir waren praktischerweise an einem Montag da und die Plantage hatte geschlossen. Kurz zuvor wurden die Öffnungszeiten geändert und wir wussten natürlich von nix. Da wir aber extra eine 120 km weite Anreise auf uns genommen hatten um die Plantage zu sehen, ließ uns der Besitzer netterweise wenigstens allein auf dem Gelände rumlaufen und alles bestaunen. Hatte zumindest den Vorteil, das wir ganz allein waren und die Atmosphäre dieser wunderschönen Anlage genießen konnten.


Und? Erkennt Ihr vielleicht das ein oder andere wieder? Brattonsville diente u.a. als Kulisse für den Blockbuster "Der Patriot" mit Mel Gibson. Hier lief also auch schon Heath Ledger - Gott hab ihn selig - rum.

Die Vorstellung das in diesen Holzbaracken früher bis zu 160 Sklaven hausten, während die Herrschaften im vornehmen Haupthaus residierten, fand ich schon sehr befremdlich. Überhaupt finde ich, das bis heute noch extrem viele Afroamerikaner in den Carolinas leben.


Von South Carolina haben wir leider nicht soviel sehen können, da uns unsere Reise danach durch North Carolina zu den Outer Banks führte. Verpasst haben wir dadurch leider Charleston, was wunderschön sein soll. Die Vietnam-Szenen von Forrest Gump mit Tom Hanks entstanden z.B. in der Nähe von Charleston. Da kann man sich dann mal ungefähr vorstellen wie bewaldet und exotisch diese Gegend eigentlich schon ist.

Wettertechnisch ist es gerade im Inland der Carolinas im Mai und Juni schon sehr warm und schwül, was daran liegt das sie auf der Höhe von Marokko liegen. Unsere langen Hosen und Pullis haben wir daher zum Glück umsonst mitgeschleppt.

Beim nächsten Mal nehm ich ich Euch mit in die Berge. Und auch da geht es recht hollywoodmäßig zu ;).

XOXO
Frau Hibbel

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